25 August 2014 ~ 0 Comments

Die Malta-Trilogie

Alter Rhythmus 

Ich bin echt viel gelaufen
Meine Beine sind so schwer
Habe kaum noch Luft
Ich kann einfach nicht mehr

Ohne Uhr und Kompass
Lief ich damals los
Ohne Mercedes, ohne Handy
Nur per pedes bloß

Wie viele Meter und Jahre
Ist es wohl her
Seit ich diesen Ort verließ
Ich weiß es nicht mehr

Ich schleiche durch Gassen
Und erinnere mich wieder
Das hier ist Heimat
Mein Herz schlägt schon wie früher

Mein Puls hat den alten Rhythmus
Ich komm wieder zu mir
Es war eine lange Reise
Doch nun bin ich wieder hier

Ein böser Mann mag sagen:
“Ich hab dich doch geseh’n
Du standst an meiner Theke
Trankst ein Bier oder zehn.”

Hat der alte Herr da recht
und ich rannte nur auf der Stelle
In etwa so wie ein Surfer
Auf einem Meer ohne Welle.

Nein, nein, zwar stand
an der Klingel da mein Name
Und die paar Bier bei dir
Waren nur Fassade
Mein Puls hat den alten Rhythmus
Ich komm wieder zu mir
Es war eine lange Reise
Doch nun bin ich wieder hier

Ein Stück Blech

Ich warte auf den großen Tag
Hoffentlich bin ich dann groß und stark
Im Ring wartet ein Blechstück nur
Doch schon das bringt mich in Aufruhr

Das Stück steht einfach nur so da
Und sagt dennoch: “Komm mir bloß nicht nah!
Denn mit meiner Langeweile
Schlag ich um Längen deine gestresste Eile

Der Ring gehört mir, obwohl ich nur ein Winzling bin
Sieh doch mal mit geschärften Augen hin
Hier ist so viel Platz für jeden Typ und jede Tonart
Trotzdem bin ich der einzige Bewohner.”

Wie kann man einem Stück Blech solch Arroganz einhauchen
Kann man sich das auch bei ALDI kaufen?
Ich weiß es nicht.

Hoffentlich wird’s dem Blech unterm Scheinwerfer heiß
Dann könnt ich mich selbst ganz dreist
In diesen Ring einschleichen
und gegen dieses Stück einen Knock Out erreichen.
Ich kann warten.

Loch im Kopf

In meinem Kopf ist ein Loch
Obwohl: Zuerst denk ich doch
Dass eine Zeile da ist
Die sich den weiten Weg zum Text dann frisst
Doch dann sie sich ins Loch vergisst.

Ich male mir eine bunte Welt
Vor meinem inneren Auge ein großes Bild
Bis das Loch es dann aufhält
Und für immer ins Land des Vergessenen fällt

Ich robbe mich von Idee zu Idee
Freie Sicht von dort wo ich steh
Ich seh den Himmel, den Boden, die weite See
Male mich voll, damit ich sie wiederseh

Mein Arm ist eine Brücke der Erinnerung
Ein probater Kämpfer gegen Loch-Dämmerung
Eine Treppe zurück zum bunten Bild
Die das schwarze Loch einfach übergeht

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