08 Februar 2010 ~ 0 Comments

Lady Di, Eva Braun und andere Dinge

Ein guter Freund wirft mir vor, ich gäbe zu viel Geld für Zeitschriften und Zeitungen aus. Heute hatte ich zum ersten Mal das Gefühl, dass es wirklich so sei. Nach mehreren Entzugsversuchen – wurde hier auf dieser Seite auch thematisiert – kam ich doch immer wieder zum SPIEGEL. Neben irgendwelchen Leuten, die Marihuana in Neukölln rauchen, Mok heißen und Mitglied bei der Hip Hop Kombo “Die Sekte” (AIDS – Alles ist die Sekte) zu sein scheinen, geht es – welch Wunder für ein deutsches Mainstreamblatt – in mindestens einer Geschichte um Adolf Hitler, um genauer zu sein: um Adolfs Mensch gewordenen Zweithund Eva Braun. Wo sich hier auch die Frage stellt, welcher Hund hätte kommen sollen, nachdem der Führer gleich beide Hunde in den Hundehimmel schickte. Hat man ihm erzählt, dass es nur auf ein Exemplar Abwrackprämie gibt? Hm.

Wie dem auch sei: Der SPIEGEL hält es für wichtig, eine neue Biographie über Eva Braun mittelbar zu bewerben, in dem er im Deutschland-Teil, also im politischen Fragment des SPIEGEL, über diese berichtet – obwohl Buchrezensionen in das gefühlte Feuilleton, im SPIEGEL “Kulturteil” genannt, gehören. Die hohe politische Botschaft des Textes: Eva Braun hat Adolf Hitler verehrt, sie hatten wohl, trotz gegenteiliger Aussagen von Obersalzberg-Blockwartgestalten, sexuellen Verkehr und sie fühlte sich vernachlässigt, wenn er auf Weltreise war oder Blondi vom tausendjährigen Postkartenmaler mehr Beachtung kriegte.

Die Illustrationen – Eva paddelt in Oberbayern, Eva bewundert Adolf Hitler beim Schlafen, sie fotgrafiert usw. – scheinen auch eine besondere Exklusivität auszustrahlen und sind deswegen im s/w-Farbmodus gehalten. Nebenbei wird von Briefwechseln geredet, die es – natürlich – erwiesenermaßen gegeben hat, leider sind sie im “Kampf um Berlin” gefallen. Naja. Auf der letzten Seite des empfehlenswerten Artikels lächelt Eva Braun im Kleid. Sie sieht dabei aus wie eine Mischung aus Marie-Luise Marjan (bekannt als “Mutter Beimer”, gebürtig aus Hitlers vorgesehenem Zweit-Alterssitz Hattingen) und Lady Di. Das ist die Neuigkeit des Tages.

Nebenbei: Der Rüttgers ist jetzt gegen ein Gesetz, für das er als NRW-Ministerpräsident noch im Bundesrat die Hand gehoben hat. Aber das ist unwichtig.

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