24 April 2010 ~ 1 Comment

Lindner plagiiert

Ein weiterer Tag im Wahlkampf neigt sich dem Ende zu. Seit 10 Uhr bin ich heute unterwegs gewesen und habe Werbung für die SPD und für den Familienplatz in der Fußgängerzone und später beim Familienfest auf dem Jahnplatz gemacht. Das muss man sich einmal vorstellen: Da kriegt die Stadt Geld zur Verfügung gestellt (Konjunkturpaket II), um es eben nicht für das Flicken von Straßenlöchern oder ähnlichem aufzuwenden, sondern um etwas in die Zukunft zu investieren. Die ganze Innenstadt ist voll mit Beton, Pommesbuden und Dönerläden.

Einen richtigen Platz zum Verweilen, für Jung bis Alt, inklusive Spiel- und Liegewiese, Grillmöglichkeit, Bolzplatz und co. – das gibt es nicht in der Innenstadt. Das soll sich nun ändern: Auf dem Jahnplatz soll ein Familienplatz/Mehrgenerationenplatz errichtet werden. Früher spielte man auf dem Gelände noch Vereinsfußball. Das ist Vergangenheit. Der Platz liegt ziemlich zentral, die Fußgängerzone liegt nicht einmal 10 Fußminuten von dort entfernt. Nun kommen Anwohner (aus einem Viertel, in dem fast ausschließlich privilegierte Menschen leben) und die Wahlverlierer-CDU und wollen das Projekt kaputtmachen. Die Alternativen: Ein weiterhin brachliegendes Gelände, das zur Wohnbebauung aufgrund der anliegenden Skaterhalle kaum geeignet ist – und das darüber hinaus auch ohne Umbau Folgekosten produziert. Die CDU schlägt nun vor, das Geld unter anderem für die Erneuerung einer Hausfassade auszugeben. Zu Lasten der Attraktivität meiner Heimatstadt.

Das heutige Familienfest sollte auf den geplanten Platz aufmerksam machen – und es war ein toller Erfolg für die Befürworter des Platzes, vornehmlich Jugendverbände sowie SPD, Grüne, FDP und die Linkspartei. Mehr als 500 Personen waren dort und konnten auf dem Platz ein schönes Fest bei Sonnenwetter erleben.

Zuhause angekommen, sitze ich nun am Rechner und lese ein paar Berichte zum FDP-Parteitag in Köln, bevor ich Videos und Fotos von den heutigen Aktionen ins Netz hochlade. Bei SPIEGEL ONLINE fiel mir sofort ins Auge, dass der neu gewählte Generalsekretär der FDP, Christian Lindner, sich in seiner Rede bei Helmut Schmidt bediente.

So soll er über Sigmar Gabriel lt. SPIEGEL ONLINE gesagt haben:
“Der Mann hat sich nicht unter Kontrolle, deshalb darf er auch keine Kontrolle über diesen Staat erhalten”

Dies kann man hier ab Minute 7:40 vor dem Ende der Rede auch noch einmal überprüfen:
Lindner-Rede auf dem FDP-Parteitag.

Dem Kenner von Helmut-Schmidt-Videos auf Youtube fällt auf, dass hier jemand, der es gerne können würde und eben NICHT kann, Helmut Schmidt kopiert (siehe ab 0:23)

SPIEGEL ONLINE adelt die Rede des neuen Generalsekretärs. Dabei ist sie nur ein Plagiat und Herr Lindner weist – schamlos! – nicht einmal darauf hin. Wäre dies in einer Abschlussarbeit an einer Universität geschehen: Herr Lindner hätte sich um seinen Abschluss verschrieben. Auch die Autoren von SPIEGEL ONLINE sollten den Lindner nicht groß machen. Hat er doch hier bewiesen, um eines der Gabriel-Zitate zu verwenden, was er ist: Ein falscher Fuffziger.

Zum Artikel auf SPIEGEL ONLINE.

Auch das Blog “Wir in NRW” sichtet die Artikel zum FDP-Parteitag.

Eine Antwort to “Lindner plagiiert”

  1. Dr. Klaus Graf 18 Mai 2011 at 14:41 Permalink

    http://archiv.twoday.net/stories/18114017/


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